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23.05.2015 15:00 Alter: 3 yrs
Autor: Martin Brosy

Alternativen zum Handel mit Devisen


Reutlingen (www.devisenpoint.de): Unter Retail-Tradern ist der Devisenhandel sehr beliebt. Der Zugang zum Handel ist sehr einfach und der Handel auf Margin ermöglicht das Trading schon ab einem Investment von 100 €. Auch die Mindesteinzahlungsanforderungen werden immer geringer. Der Devisenhandel kann dabei auf mehreren Wegen stattfinden. Ein Beispiel für den Devisenhandel finden man auch hier.

Bildquelle: Bulle und Bär © tom / Fotolia.com

Es ist möglich Devisen über CFDs zu handeln oder diesen direkt über den Interbankenmarkt zu tätigen. Die Unterschiede liegen dann klar in den Preisstrukturen. Während bei CFDs zwar keine Transaktionsgebühren für Devisen anfallen ist der Spread, also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs, breiter. Im Handel über den Interbankenmarkt ist der Spread meistens enger, dafür fällt eine Kommissionsgebühr an. 

Welcher der beiden Wege vorteilhafter ist, hängt vom Trading-Stil ab. Der aktive Day-Trader würde in einigen Fällen besser auf dem Interbankenmarkt fahren, da hier die Orderverarbeitung stabiler ist, es also kaum Slippage gibt. Unter Slippage versteht man die Differenz zwischen dem gewünschten Oderpreis und dem tatsächlich ausgeführten. Da der Broker für den CFD zunächst mal einen Gegenpart finden muss, kann es sein, dass die Order zunächst abgelehnt wird. Auf dem Interbankenmarkt kommt das nicht vor.

Der Devisenmarkt ist generell hinsichtlich der meist gehandelten Währungen, mit geringen Handelskosten verbunden. Das liegt daran, dass der Devisenmarkt der liquideste aller Märkte ist und ein Gegenpart so gut wie immer vorhanden ist. Doch dieser Umstand lässt den Devisenmarkt im Vergleich zu anderen auch äußerst volatil erscheinen. Aktuell scheinen sich die Kosten jedoch zu erhöhen. Diesem Bericht zufolge liegen die Gründe in den geldpolitischen Unsicherheiten und der Lage um Griechenland.

Doch welche anderen Möglichkeiten bzw. Produkte gibt es, wenn man dieser enormen Volatilität aus dem Weg gehen möchte? Folgend einige Vorschläge.

Der Handel von Rohstoffen ist unter Profis beliebt

Rohstoffe strahlen als Assetklasse eine gewisse Beständigkeit aus. In der Praxis sind Rohstoffe allerdings vielen Umwelteinflüssen unterworfen. Da wo der Devisenhandel zwar volatil ist, ist er gleichzeitig nicht so sehr von Events abhängig, abgesehen von geldpolitischen natürlich. Rohstoffe dagegen reagieren sehr stark auf äußere Einflüsse wie Wetter, politische oder konjunkturelle Lage. Auch auf Devisenkurse können Rohstoffe sehr stark reagieren. Hier gibt es eine gute Übersicht zu den einzelnen Rohstoffen.

Ein weiterer Faktor, der Rohstoffe als Trading-Asset beliebt macht ist die heterogene Eigenschaft der Rohstoffe untereinander. Es gibt die Agrarrohstoffe, die Metalle und die Energierohstoffe. All diese Sektoren bringen ihre eigenen Abhängigkeiten mit. Zudem konkurrieren Rohstoffe auch preislich als Substitute untereinander.

Wenn beispielsweise Erdöl zu teuer wird, dann werden vermehrt alternative Energiequellen nachgefragt, somit steigt auch der Preis für Erdgas. Wenn beispielsweise der Preis für Mais steigt, dann werden die Preise für Lebendrinder günstiger, weil Mais als hauptsächliches Futtermittel eingesetzt wird. Wenn Züchter sehen, dass der Preis für Mais steigt, dann versuchen Sie ihre Rinder frühzeitig zu verkaufen, da sie ansonsten mit Mehrkosten rechnen müssen. Der Zusammenhang ist zwar kein Substitut, macht jedoch deutlich welche Zusammenhänge es bei Rohstoffen zu beachten gilt.

Der professionelle Rohstoff-Handel wird an den Futures- und Optionsbörsen getätigt. Doch es gibt mittlerweile die Möglichkeit sehr liquide Rohstoffe wie Erdöl, Gold oder Silber, vereinzelt auch Agrarrohstoffe über diverse Derivate zu handeln. Auch hier können sich CFDs oder binäre Optionen anbieten. Ein Vergleich der besten Broker findet man hier.

Einzelaktien mittels CFDs und binären Optionen

Der Aktienhimmel ist schier unendlich. Wer alle Aktien handeln möchte, bzw. die Möglichkeit dazu haben will, muss das wohl oder übel über die verschiedenen Börsen tun. Wer mit einigen hundert zufrieden ist, kann auch in diesem Fall auf CFDs oder binäre Optionen ausweichen. Auch können emittierte Produkte in einigen Fällen vorteilhaft sein. 

Zum eigentlichen Thema kann man nur folgendes sagen. Auch bei Einzelwerten kommt es darauf an. Selbst wer die Markttechnik benutzt, wird bei Aktien nicht umhin kommen, sich stabile Werte auszusuchen. Denn fällt eine Aktie, dann gibt sie nicht wie im Devisenbereich zwischen 1-2% am Tag nach, sondern locker mal zwischen 5-10 %, je nach Marktkapitalisierung. Wenn man dann noch mit einem Hebel unterwegs ist, dann steigt das Risiko um so mehr.

Einzelwerte zu selektieren empfiehlt sich daher nach einem strikten Muster, damit man die gefährdeten Kandidaten von vornherein aussortieren kann. Dabei kann man beispielsweise so vorgehen, dass man zunächst nur nach Aktien Ausschau hält, deren Sektor oder Branche aktuell sehr gefragt ist. Damit unterstützt man seine Richtung und sichert sich nach unten zum Teil ab. 

In den nächsten Schritten analysiert man dann die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Erwartungen daran, und erst im letzten Schritt wagt man sich an die technische Analyse. Leider wird der letzte Schritt viel zu oft an erster Stelle getan, und die anderen Schritte vollkommen ausgelassen. Und wenn der Kurs dann gegen einen läuft, wundert man sich. Weitere Fehler, die gern gemacht werden findet man auch hier.

Der Handel von Indizes erfordert intuitives Geschick

Auch der Handel von Aktienindizes ist sehr günstig, sowohl über CFDs als auch binären Optionen. Nur ist der Handel auch nicht ganz einfach, denn Indizes können mindestens genauso volatil sein wie Devisen. Ein Vorteil von breiten Marktindizes ist der Umstand, dass man deren Richtung in vielen Fällen sehr klar definieren kann, denn sie reagieren besonders auf konjunkturelle Nachrichten. Wie das aussehen kann macht auch dieser Bericht deutlich.

Indizes werden sowohl von Daytradern als auch von mittel-bis langfristorientierten Tradern gehandelt. Nicht umsonst werden jedoch Indizes im Bereich des Daytradings als die Königsdisziplin bezeichnet. Die Bezeichnung drückt die enorme Volatilität der Indizes im kurzfristigen Bereich aus.

Fazit

Es gibt eine große Auswahl an handelbaren Assets. Die Produkte, die dafür genutzt werden können, unterscheiden sich in ihren Strukturen und Kosten. So gut wie alle diese Assets können mit CFDs, binären Optionen, Futures oder Optionen gehandelt werden, sofern man den Handel mit einem Hebel betreiben möchte. Auch emittierte Produkte und Zertifikate gibt es eine Menge. 

Eine der Assetklassen war nicht in der Liste zu finden. Das sind die Anleihen. Selbstverständlich ist auch diese Anlageklasse handelbar. Jedoch mit CFDs und binären Optionen nur vereinzelt. Das Interesse seitens der Privatkunden ist bei Anleihen eher gering. Dabei ist die Bewertung von Anleihen einfacher als bei Aktien. 

Alles in einem kann man sagen, dass Chancen dann besser genutzt werden können, wenn Zusammenhänge nicht nur zwischen Assetklassen, sondern auch zwischen einzelnen Werten durchblickt werden. Das Verständnis zum Handelsprodukt selbst, fördert zusätzlich die Kostenkomponente. Je nach Trading-Stil, können manche Produkte vorteilhafter sein als andere.


Über den Autor (*)

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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