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20.11.2014 17:15 Alter: 3 yrs
Autor: Martin Brosy

Technische Analyse mit Indikatoren: Wie wende ich diese richtig an und wie vermeide ich Fehler?


Reutlingen (www.devisenpoint.de): Neben Unterstützungs- und Widerstandslinien, Chartmustern und Trendkanälen werden bei der technischen Analyse auch technische Indikatoren verwendet, um Chartverläufe alternativ darzustellen und daraus gewisse Erkenntnisse für Handelsstrategien abzuleiten. Das Adjektiv technisch grenzt diese Art von Indikatoren von den volkswirtschaftlichen Indikatoren ab. Als Hilfsmittel der Chartanalyse basieren technische Indikatoren nicht auf externe Daten, sondern ergeben sich ausschließlich aus Werten, die auf Preis und Volumen basieren.
 
Mithilfe von Indikatoren kann der Zeitpunkt für Kaufs- und Verkaufsentscheidungen besser getroffen werden, weil sie Kursverläufe auf relevante Informationen bezüglich bestimmter Eigenschaften reduzieren. In der Praxis existieren inzwischen Hunderte solcher Indikatoren. Unterschieden wird dabei zwischen trendfolgenden Indikatoren und Oszillatoren. Erfahrene Trader verlassen sich allerdings nie ausschließlich auf ein Handelssystem, das Handelssignale nur aufgrund technischer Indikatoren generiert. Die Erfahrung hat ihnen nämlich gelehrt, dass Handelsentscheidungen immer an die vorherrschende Marktphase angepasst werden müssen. Zudem wird ein profitabler Handel erst durch ein dynamisches Money-Management und Risikokontrolle erreicht. Deshalb sind diese Komponenten ebenso wichtig wie eine ausgefeilte Chartanalyse mit technischen Indikatoren.

Arten von Indikatoren

Je nachdem, welche Daten bei der Bestimmung der Indikatoren herangezogen werden, unterscheidet man preisbasierte und volumenbasierte Indikatoren. Zu den bekanntesten preisbasierten Indikatoren gehören der Moving Average Convergence / Divergence (MACD), der gleitende Durchschnitt, das Momentum und der Relative-Stärke-Index. Volumenbasierte Indikatoren sind beispielsweise die Put-Call-Ratio oder das On-Balance volume. Daneben gibt es auch noch sogenannte Overlays. Das sind Überlagerungen im Preisfenster des Charts, die über die Kurse gelegt werden. Hierzu zählen zum Beispiel die Bollinger Bänder oder der Donchian Channel.

Traden mit Indikatoren

Neueinsteigern ist zu empfehlen, ihre Software für den Handel nicht mit zu vielen Indikatoren zu überfrachten. Das stiftet Verwirrung und macht den Chart unübersichtlich. Auch sind nicht alle Indikatoren für jede Marktsituation geeignet. Beim Traden in Märkten mit Seitwärtsbewegung sind Trendindikatoren wenig hilfreich. Hier sollten besser oszillierende Indikatoren wie beispielsweise der Relative-Stärke-Index oder der Commodity Channel Index zum Einsatz kommen. MACD oder gleitender Durchschnitt sind dagegen in Trendmärkten mit Auf- oder Abwärtstrends gefragt. Auch muss der Ausbruch einer Indikatorlinie nicht unbedingt einen Kursausbruch bedeuten. Gerade solche Divergenzen können sehr aufschlussreich sein, denn sie zeugen im Marktgeschehen von Entwicklungen, die das Chartbild nicht immer gleich hergibt. So kann mit Indikatoren beispielsweise ein Anstieg des Kauf- oder Verkaufsvolumens sichtbar gemacht werden, bevor sich daraus eine Kursentwicklung ergibt. So können mögliche und zukünftige Ereignisse andeutungsweise erahnt werden und der Händler kann so intuitive Handelsentscheidungen treffen.

Tipps für das Traden mit Indikatoren

Zu bedenken beim Thema Indikatoren ist immer, dass sie einer zeitlichen Verzögerung unterliegen. Sie kommen erst zur Entfaltung, wenn die Kurse gedreht haben. Wurde vom Händler ein Trend erkannt, kann der Markt schon wieder mit einer Trendumkehr reagieren.
 
Ein Markt ohne Trend lässt sich schwer handeln. Deshalb sollte am Anfang einer Analyse immer die Suche nach einem übergeordneten Trend und seine Richtung stehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Trend fortsetzt, ist etwas größer als die Wahrscheinlichkeit, dass der Trend dreht. Handeln mit dem Trend ist erfolgversprechender.

Die temporäre Laufzeit eines Trends ist im Allgemeinen länger, als man glaubt. Vor allem Währungen sind relativ trendstabil, da sie in erster Linie von fundamentalen Kenngrößen bestimmt werden, die sich nicht so schnell ändern.


Über den Autor (*)

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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