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20.11.2014 17:19 Alter: 3 yrs
Autor: Martin Brosy

Was muss ich beim Trading nach den Kriterien der Chartanalyse beachten?


Reutlingen (www.devisenpoint.de): Während sich die Fundamentalanalyse mit dem inneren Wert eines Wertpapiers befasst, untersucht die technische Analyse, auch Chartanalyse genannt, die Reaktionen der Marktteilnehmer und versucht daraus Rückschlüsse zu ziehen, welche Entwicklung ein Kurs nehmen wird. Die Chartanalyse geht dabei von zwei Grundmotivationen der Marktteilnehmer aus: Gewinnmaximierung und Verlustminimierung. Deshalb sind Chartanalysten davon überzeugt, dass das Gros aller entscheidungsrelevanten Informationen über Vergangenheit und Zukunft eines Unternehmens bereits im Kursverlauf enthalten ist und Prognosen über voraussichtliche Kursentwicklungen ermöglichen. Dabei macht sich der Chartanalyst zyklisch wiederkehrende Ereignisse zunutze, von denen er ähnliche, wahrscheinliche Zukunftsverläufe ableitet und bestimmte geometrische Muster oder rein statistische, quantitative Indikatoren für die Prognose des Kursverlaufs verwendet.

Darstellungsformen der Chartanalyse

Um aus der Kurs- und Umsatzhistorie günstige Kauf- und Verkaufszeitpunkte zu ermitteln, kommen drei verschiedene Darstellungsformen bei der Chartanalyse zum Einsatz. Nach ihrer grafischen Figur werden der Linienchart, der Balkenchart und der Kerzenchart unterschieden. Beim Linienchart werden nur die Schlusskurse punktuell in das Chartbild eingetragen und durch eine Linie verbunden. Daraus ergibt sich ein sehr übersichtliches und intuitives Chartbild, aus dem die Marktentwicklung gut nachvollzogen werden kann. Beim Balken- und Kerzenchart kommen noch weitere Informationen wie Höchst- und Tiefstkurs im Tagesverlauf zur Abbildung. Das macht das Chartbild etwas unübersichtlicher, lässt aber weitere Aussagen zu wie beispielsweise der Schwankungsbreite eines Kurses. Daneben wird vor allem in den USA noch die Point- und Figure-Darstellung praktiziert, bei der nur die reine Kursbewegung ohne Zeitachse dargestellt wird. 

Traden mit der Chartanalyse

Um mit der Chartanalyse halbwegs zuverlässige Handelssignale zu generieren, ist es wichtig, Trends aufzuspüren. Entweder übernimmt man diese Screening-Aufgabe selbst oder man überlässt diese einem Chartanalyse-Tool. Händler sollten sich darüber im Klaren sein, dass die technische Analyse keine hundertprozentig exakten Vorhersagen treffen kann. Es lassen sich aber mit ihr generelle Markttrends definieren, die unter Berücksichtigung eines zyklischen Marktverhaltens zu kurz-, mittel- und langfristigen Aussagen über wahrscheinliche Kursbewegungen berechtigen. Im Laufe der Zeit sind diese Wahrscheinlichkeiten immer größer geworden, weil eine große Anzahl von Händlern ihre Handelsentscheidungen mithilfe der Chartanalyse beim Auftreten bestimmter Muster trifft und die Chartanalyse somit zur selbsterfüllenden Prophezeiung geworden ist.
 
Als Orientierung dienen dem Händler Widerstands- und Unterstützungsmarken. Das sind Kursniveaus, an denen der Kurs immer wieder abprallt. Eine Hauptstrategie beim Traden mit Chartanalyse ist das Handeln von Ausbrüchen. Das Durchbrechen einer Widerstandslinie oder Unterstützungslinie zieht oft starke Kursbewegungen in die entsprechende Richtung nach sich. Da es hier aber auch zu Fehlausbrüchen kommen kann, müssen Trendbrüche genau verfolgt werden. Profis gewichten einen Ausbruch unter anderem nach dem Zeitpunkt. Dabei wiegt ein Ausbruch im Laufe eines Handelstages nicht so schwer, wie ein Durchbruch beim Tagesschlusskurs, der wiederum nicht so schwer wiegt wie ein Durchbruch beim Wochenschlusskurs. 
 
Des Weiteren kann der Durchbruch eines langfristigen Trends auch einen bevorstehenden Trendwechsel ankündigen. Einige Chartmuster werden aufgrund von Erfahrungswerten als Trendumkehrformation interpretiert. Dazu gehören unter anderem das Doppelhoch und –tief, das Dreifachhoch und –tief, die Schulter-Kopf-Schulter-Formation oder die umgekehrte Untertasse. Im Gegensatz dazu werden Dreiecke, Keile, Flaggen und Wimpel als Trendfolgemuster interpretiert.


Über den Autor (*)

Martin Brosy

Martin Brosy
Boersenpoint

Martin Brosy betreibt die Börsenplattform und das Börsenspiel www.boersenpoint.de . Mit dem Beginn seines BWL-Studiums 2009 fing Herr Brosy damit an Aktien und Devisen erfolgreich zu traden.
Als Chefredakteur von Boersenpoint veröffentlicht er täglich seine Gedanken zu interessanten Aktien und komplexen Volkswirtschaftlichen Zusammenhängen.

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